Der Begriff „Lebensretter der Feuerwehr“ bezieht sich auf die Rolle der Feuerwehr als sogenannte First Responder. Da die Feuerwehr oft über ein dichteres Netz an Standorten verfügt als der Rettungsdienst, übernehmen die Einsatzkräfte die lebenswichtige Erstversorgung, bis der Notarzt eintrifft.
Dies bedeutet im Detail:
1. Der Zeitvorteil
Feuerwehren sind in städtischen Gebieten oft deutlich schneller am Einsatzort als Rettungswagen. In Studien wurde festgestellt, dass Feuerwehr-Voraushelfer im Durchschnitt 2,5 Minuten schneller eintreffen als gleichzeitig alarmierte Paramedics (Kellermann, 1993). Da bei einem Herzstillstand jede Minute zählt, ist dieser Zeitgewinn oft entscheidend für das Überleben.
2. Signifikante Steigerung der Überlebensrate
Der Einsatz von automatisierten externen Defibrillatoren durch die Feuerwehr zeigt messbare Erfolge:
Höhere Überlebenschancen: Patienten, die zuerst von Feuerwehrleuten mit einem AED behandelt wurden, hatten eine Überlebensrate bis zur Krankenhausentlassung von 30 %. Im Vergleich dazu lag die Rate bei nur 19 %, wenn die erste Defibrillation erst nach dem Eintreffen des Rettungsdienstes erfolgte (Weaver et al., 1988).
Erfolgsquote: Die Kombination aus früher Reanimation und Defibrillation kann die Überlebensraten sogar auf bis zu 53 % steigern (Thies, Jansen and Wähnert, 2022).
Distanzfaktor: Die Wahrscheinlichkeit zu überleben ist deutlich höher, wenn sich der Notfallort innerhalb eines Radius von etwa 1,6 Kilometern (1 Meile) um eine Feuerwache befindet (Hansen et al., 2018).
3. Integration in moderne Alarmsysteme
In vielen Ländern (wie Deutschland und den Niederlanden) sind mittlerweile alle Feuerwehrfahrzeuge standardmäßig mit AEDs ausgestattet (Thies, Jansen and Wähnert, 2022). Zudem werden Feuerwehrleute oft über Smartphone-Apps in Systeme wie „KATRETTER“, „MOBILE RETTER“ oder „REGION LEBENSRETTER“ eingebunden (Pommerenke et al., 2023).
Diese Apps alarmieren qualifizierte Helfer in der unmittelbaren Nachbarschaft eines Notfalls, damit diese noch vor dem ersten Einsatzfahrzeug mit der Herzdruckmassage beginnen oder einen öffentlichen AED zum Patienten bringen können (Pommerenke et al., 2023).
4. Definition und Aufgaben
Kamil, als „Lebensretter“ fungiert die Feuerwehr hierbei als ein System, das:
Ergänzend zum Rettungsdienst agiert, nicht als Ersatz (Oving et al., 2019).
Speziell für die Frühdefibrillation und Basismaßnahmen der Wiederbelebung geschult ist (Weaver et al., 1988).
Darauf ausgelegt ist, das „elektrische Chaos“ im Herzen so schnell wie möglich zu beenden (Weaver et al., 1988).
Zusammenfassend ist die Feuerwehr der „Lebensretter“, weil sie die Lücke in der Rettungskette schließt, die entsteht, wenn der reguläre Rettungsdienst länger als wenige Minuten zum Einsatzort benötigt.