Die Inbetriebnahme eines Automatisierten Externen Defibrillators umfasst sowohl die technische Bereitstellung als auch die Einhaltung gesetzlicher Betreiberpflichten, um die dauerhafte Sicherheit des Geräts zu gewährleisten (Just, Kerwat and Wulf, 2009).
Rechtliche Rahmenbedingungen
Der Betrieb von Medizinprodukten wie dem AED wird in Deutschland durch die Medizinprodukte-Betreiberverordnung geregelt. Zentrale Aspekte sind:
Qualifikation für die Instandhaltung: Gemäß § 4 Abs. 3 MPBetreibV darf nur Personal mit der Instandhaltung betraut werden, das über die notwendige Sachkunde verfügt, welche oft durch spezifische Einweisungen in die Gerätetechnik erlangt wird (Denzer, 2015).
Sicherstellung der technischen Sicherheit: Das Gesetz regelt den Betrieb der Geräte explizit so, dass eine dauerhafte technische Sicherheit gewährleistet ist, um Gefahren für Patienten und Anwender zu vermeiden (Just, Kerwat and Wulf, 2009).
Dokumentation: Eine strukturierte Dokumentation ist essenziell. In bestimmten professionellen Umgebungen müssen standardisierte medizinische Dokumentationsformulare verfügbar sein, um den Einsatz und die Gerätestatshistorie nachvollziehbar zu machen (Lott et al., 2021).
Praktische Umsetzung der Inbetriebnahme
In der Praxis zeigt sich, dass eine erfolgreiche Implementierung von AEDs oft folgende Schritte umfasst:
Benennung eines Verantwortlichen: Statistisch gesehen verfügen ca. 94,98 % der AED-Standorte über einen benannten Manager, der für die Überwachung des Geräts zuständig ist (Kim et al., 2022).
Regelmäßige Kontrollen: Etwa 85 % der Betreiber führen regelmäßige Überprüfungen durch, um sicherzustellen, dass das Gerät keine Hindernisse aufweist und einsatzbereit ist (Kim et al., 2022).
Vorbereitung für den Notfall: Das Gerät sollte so platziert werden, dass es sofort verfügbar ist. Die Inbetriebnahme im Notfall erfolgt dann durch einfaches Einschalten und Befolgen der Sprach- oder Bildanweisungen (Perkins et al., 2021).
Anwendung durch Laien
Ein wichtiger Aspekt der Inbetriebnahme im öffentlichen Raum ist die Nutzbarkeit durch Ungeübte. Studien belegen:
Untrainierte Laien können sowohl halbautomatische als auch vollautomatische AEDs sicher und effektiv bedienen (Milbrandt et al., 2004).
Die visuelle Gestaltung und die akustischen Anweisungen sind dabei entscheidend für die Zeit bis zur Schockabgabe (Milbrandt et al., 2004).
Nach dem Anlegen der Elektrodenpads führt das Gerät den Anwender durch die Herzrhythmusanalyse und gibt bei Bedarf Anweisungen zur Schockabgabe oder zur Fortführung der Herzdruckmassage (Perkins et al., 2021).
Zusammenfassend ist die Inbetriebnahme ein zweistufiger Prozess: Die formale Inbetriebnahme durch den Betreiber stellt sicher, dass das Gerät technisch bereit ist, während die praktische Inbetriebnahme im Notfall durch einfache Sprachführung auch für Laien ermöglicht wird (Denzer, 2015; Perkins et al., 2021).