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Ist die Inbetriebnahme eines Defibrillators /AEDs verpflichtend?

20. Mai 2026 durch
Ist die Inbetriebnahme eines Defibrillators /AEDs verpflichtend?
RescueHEART GmbH (intern), Kamil Beranek

Die Inbetriebnahme eines Defibrillators umfasst die Vorbereitung und Bereitstellung des Geräts für den Einsatz sowie die Erfüllung der damit verbundenen rechtlichen Verpflichtungen für den Betreiber. In Deutschland wird dieser Prozess maßgeblich durch die Medizinprodukte-Betreiberverordnung reguliert (Junge-Gierse and Csaki, 2017).

1. Rechtliche Grundlagen und Planung

Die Inbetriebnahme ist ein formaler Akt, der sicherstellt, dass das Medizinprodukt den gesetzlichen Anforderungen entspricht:

  • Betreiberpflichten: Die MPBetreibV definiert die rechtliche Verantwortung und Haftung des Betreibers bei der Bereitstellung von Defibrillatoren (Junge-Gierse and Csaki, 2017).

  • Strategische Planung: Bei der Neuanschaffung von Defibrillatoren sollten gerätetechnische und wirtschaftliche Faktoren bereits im Vorfeld strategisch geplant werden, um eine effektive Notfallversorgung sicherzustellen (Schiller, 2025).

  • Standort und Zugänglichkeit: Ein einsatzbereiter Defibrillator muss so platziert werden, dass er für Ersthelfer leicht zugänglich ist. Die Registrierung des Standorts in zentralen Registern hilft Rettungsleitstellen dabei, Helfer im Notfall gezielt zum Gerät zu leiten (Schäfer et al., 2022; Thies, Jansen and Wähnert, 2022).

2. Herstellung der Einsatzbereitschaft

Ein Defibrillator gilt als einsatzbereit ("ready-to-use"), wenn er folgende Kriterien erfüllt:

  • Energieversorgung: Das Gerät muss über eine funktionierende Batterie mit ausreichendem Ladestatus verfügen (Kim et al., 2022).

  • Zubehör: Gültige (nicht abgelaufene) Elektrodenpads müssen vorhanden und am Gerät angeschlossen sein (Kim et al., 2022). Da Elektroden ein Verfallsdatum haben, ist der regelmäßige Austausch ein essenzieller Teil des dauerhaften Betriebs (Thies, Jansen and Wähnert, 2022).

  • Funktionsstatus: Das Gerät muss normal funktionieren, was in der Regel durch interne Prüfsignale (wie Statusanzeigen) überwacht wird (Kim et al., 2022).

3. Einweisung und Schulung

Obwohl moderne automatisierte externe Defibrillatoren so konstruiert sind, dass sie auch von untrainierten Laien sicher bedient werden können (Levin, Fowler and Naimark, 2004), ist für den Aufbau eines wirksamen Frühdefibrillationsprogramms ein Grundverständnis der Reanimation bei den potenziellen Ersthelfern vorteilhaft (Thies, Jansen and Wähnert, 2022). In professionellen Umgebungen gehört die Schulung des Personals (z. B. durch BLS-Zertifizierungen) zur Sicherstellung der Einsatzfähigkeit dazu (Kim et al., 2022).

4. Anwendung nach der Inbetriebnahme

Sobald ein Gerät in Betrieb genommen wurde, führt es den Anwender im Notfall durch visuelle und akustische Anweisungen (Perkins et al., 2021). Diese Anweisungen (z. B. „Pads aufkleben“, „Analyse läuft“) sind darauf ausgelegt, die Durchführung lebensrettender Maßnahmen zu erleichtern und Fehler zu minimieren (Schäfer et al., 2022).

Zusammenfassend ist die Inbetriebnahme der Prozess, durch den sichergestellt wird, dass ein Defibrillator rechtlich konform, technisch funktionsfähig und für Ersthelfer auffindbar bereitgestellt wird.