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Verbessert ein Defibrillator bzw. AED die Überlebenswahrscheinlichkeit?

30. Mai 2026 durch
Verbessert ein Defibrillator bzw. AED die Überlebenswahrscheinlichkeit?
RescueHEART GmbH (intern), Kamil Beranek

Ja, der Einsatz eines Defibrillators bzw. eines automatisierten externen Defibrillators verbessert die Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem außerklinischen Herzstillstand signifikant (Yan et al., 2020; Elhussain et al., 2024). Studien zeigen, dass die frühzeitige Defibrillation durch Ersthelfer einer der entscheidendsten Faktoren für das Überleben und ein positives neurologisches Ergebnis ist (Elhussain et al., 2024; Pagnoni et al., 2026).

Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse zur Verbesserung der Überlebenschancen:

1. Statistische Steigerung der Überlebensrate

Der Einsatz eines AED durch Laien oder Ersthelfer erhöht die Wahrscheinlichkeit, die Entlassung aus dem Krankenhaus zu erleben, erheblich:

  • Vergleich zu Rettungsdiensten: Die Überlebensraten bei einer Defibrillation durch Umstehende liegen zwischen 5 % und 42 % höher als bei Einsätzen, bei denen die Defibrillation erst durch den herbeigerufenen Rettungsdienst erfolgt (Elhussain et al., 2024).

  • Konkrete Studienergebnisse: In einer Untersuchung überlebten 30 % der Patienten, wenn sie initial von Ersthelfern mit einem AED behandelt wurden, im Vergleich zu nur 19 %, wenn lediglich eine Herzdruckmassage durchgeführt wurde, bis der Notarzt eintraf (Weaver et al., 1988).

  • Spezielle Umgebungen: In Flugzeugen, wo AEDs oft schnell verfügbar sind, erreichen die Überlebensraten bis zur Krankenhausaufnahme bei schockbaren Rhythmen sogar 33 % bis 50 % (Truhlář et al., 2015).

2. Der Faktor Zeit ("Time-to-Shock")

Die Überlebenschancen sinken mit jeder Minute, die ohne Defibrillation verstreicht, rapide ab (Pagnoni et al., 2026).

  • Öffentliche Defibrillationsprogramme an stark frequentierten Orten wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Sportstätten führen dazu, dass Patienten wesentlich früher defibrilliert werden können (Perkins et al., 2015).

  • Eine japanische Studie konnte einen direkten positiven Zusammenhang zwischen der Dichte verfügbarer AEDs pro Quadratkilometer und der Zeitspanne bis zum ersten Schock sowie dem letztlichen Überleben nachweisen (Köster et al., 2010).

3. Neurologische Outcomes

Neben dem reinen Überleben verbessert der AED-Einsatz auch die Qualität des Überlebens. Die Wahrscheinlichkeit eines günstigen neurologischen Ergebnisses ist bei einer Defibrillation durch Ersthelfer um 16,4 % bis 34 % höher als bei einer Defibrillation, die erst durch professionelle Rettungskräfte eingeleitet wird (Elhussain et al., 2024).

4. Bedeutung der Kombination mit CPR

Obwohl der AED ein entscheidendes Werkzeug ist, ist seine Wirksamkeit am höchsten, wenn er in Kombination mit einer sofortigen Herzdruckmassage eingesetzt wird (Yan et al., 2020; Elhussain et al., 2024). Während die CPR den Blutfluss zum Gehirn und zum Herzen aufrechterhält, ist der AED oft das einzige Mittel, um einen schockbaren Rhythmus (wie Kammerflimmern) effektiv zu beenden und das Herz wieder in einen normalen Rhythmus zu bringen (Truhlář et al., 2015; Pagnoni et al., 2026).