Was ist eigentlich ein AED (Automatisierter Externer Defibrillator ) ?
Ein Automatisierter Externer Defibrillator ist ein intelligentes Medizinprodukt, das speziell dafür entwickelt wurde, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen durch gezielte Stromstöße zu beenden.
Hier ist die schrittweise Funktionsweise erklärt:
1. Rhythmusanalyse über Elektroden
Sobald die Elektrodenpads am Oberkörper des Patienten angebracht sind, fungieren sie als Sensoren. Der AED leitet ein Elektrokardiogramm ab, um den Herzrhythmus zu analysieren (Zhang, Deng and Yin, 2026). Das Gerät erkennt dabei spezifisch, ob ein „schockbarer Rhythmus“ vorliegt, wie zum Beispiel:
Kammerflimmern: Das Herz zuckt nur noch unkontrolliert und pumpt kein Blut mehr (Masri et al., 2019).
Pulslose ventrikuläre Tachykardie: Das Herz schlägt so schnell, dass keine effektive Kreislauffunktion mehr möglich ist (Masri et al., 2019).
2. Automatisierte Entscheidungsfindung
Ein entscheidender Aspekt der Funktion ist die computergestützte Analyse. Der AED entscheidet selbstständig, ob ein Schock notwendig ist. Liegt ein nicht-schockbarer Rhythmus vor (z. B. eine Asystolie/Nulllinie), verweigert das Gerät die Schockabgabe, um den Patienten nicht unnötig zu schädigen (Truhlář et al., 2015; Yan et al., 2020). In China unterliegen diese Analysealgorithmen strengsten Anforderungen der Klasse III für Medizinprodukte, um Fehlentscheidungen auszuschließen (Li et al., 2023).
3. Die Defibrillation
Wird ein schockbarer Rhythmus erkannt, lädt das Gerät einen Kondensator auf.
Energiefreisetzung: Der AED gibt einen hochenergetischen elektrischen Impuls über die Brustwand an das Herz ab (Zhang, Deng and Yin, 2026).
Ziel: Dieser Stromstoß soll alle Herzmuskelzellen gleichzeitig depolarisieren („kurzschließen“). Dies führt zu einer kurzen elektrischen Stille, die es dem natürlichen Taktgeber des Herzens ermöglichen soll, wieder die Kontrolle zu übernehmen und einen geordneten Rhythmus aufzubauen (Magnusson et al., 2020).
4. Benutzerführung und Sicherheit
Da AEDs für Laien konzipiert sind, ist die Funktion eng mit einer interaktiven Anleitung verknüpft:
Sprachanweisungen: Das Gerät führt den Helfer akustisch durch die Wiederbelebung und gibt den Takt für die Herzdruckmassage vor (Hou, Wang and Wang, 2021).
Sicherheitsbarrieren: Moderne Geräte verfügen über einen Schutz, der sicherstellt, dass die abgegebene Energie das Herz effektiv erreicht, ohne andere am Patienten angeschlossene medizinische Geräte zu zerstören (Zhang, Deng and Yin, 2026).
5. Integration in die Rettungskette
Nach der Schockabgabe fordert der AED den Helfer meist dazu auf, die Herzdruckmassage sofort fortzusetzen, bis die nächste Analyse erfolgt (meist nach 2 Minuten) (Yasunaga et al., 2011; Hou, Wang and Wang, 2021). Studien zeigen, dass der Einsatz eines AEDs vor Ort die Wahrscheinlichkeit eines neurologisch intakten Überlebens etwa verdoppeln kann, verglichen mit einer alleinigen Herzdruckmassage (Berdowski et al., 2011).
Zusammenfassend lässt sich sagen:
Die Hauptfunktion des AED besteht nicht darin, das Herz „anzuwerfen“, sondern ein elektrisches Chaos zu stoppen, damit das Herz von selbst wieder in den richtigen Takt finden kann.