Die Laienreanimation mit einem automatisierten externen Defibrillator muss so schnell wie möglich begonnen werden, da jede Verzögerung die Überlebenschancen massiv verringert.
Hier sind die wichtigsten Zeitintervalle und Fakten zur Dringlichkeit:
Das 3- bis 5-Minuten-Fenster: Wenn ein AED innerhalb der ersten 5 Minuten nach dem Kreislaufstillstand eingesetzt wird, können Überlebensraten von bis zu 70 % erreicht werden (Schäfer et al., 2022). Die höchsten Überlebenschancen bestehen sogar dann, wenn das Intervall zwischen Kollaps und Defibrillation nicht mehr als 3 Minuten beträgt (Valenzuela et al., 2000).
Abnahme der Überlebenschance: Mit jeder Minute, die ohne Wiederbelebungsmaßnahmen verstreicht, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Rückkehr des Spontankreislaufs linear um etwa 1,41 % pro Minute (Lang, 2019). Die Chance auf eine gute neurologische Erholung nimmt dabei sogar exponentiell ab (Lang, 2019).
Zeitlimit für das Gehirn: Die zerebrale Funktion kann in der Regel nur wiederhergestellt werden, wenn die Reanimation innerhalb von etwa 8 bis 10 Minuten nach dem Stillstand erfolgt (Trappe and Perings, 2005, 2006). Da der Rettungsdienst im Durchschnitt oft länger benötigt (z. B. 5,3 bis über 8 Minuten), ist die sofortige Laienreanimation entscheidend (Ritter et al., 1985; Goto, Funada and Goto, 2018).
Effekt der Laienhilfe: Sofortige Reanimationsmaßnahmen durch Umstehende können die Überlebensrate nahezu verdoppeln (Ritter et al., 1985). Die Zeitspanne, in der eine neurologisch intakte Überlebenschance besteht, verlängert sich durch den Einsatz eines AED durch Laien statistisch gesehen von 11 auf etwa 13 Minuten im Vergleich zu reiner CPR ohne Defibrillation (Goto, Funada and Goto, 2018).
Fazit: Der Beginn der Reanimation sollte unmittelbar nach dem Erkennen des Kreislaufstillstands erfolgen. Sobald ein AED verfügbar ist, sollte dieser ohne Verzögerung eingesetzt werden, um die kritische Phase der ersten 3 bis 5 Minuten zu nutzen (Valenzuela et al., 2000; Schäfer et al., 2022).